ESU Eilzugwagen in Ep. IIIa

Die Firma ESU hat in 2016 löblicherweise ganz tolle Modell der Eilzugwagen Bauart/Verwendungsgruppe 36 auf den Markt gebracht. Diese Modelle ersetzen die mit Maßfehlern behafteten in die Jahre gekommenen Roco-Modelle des C4i-36 und des BC4i-36. Roco hatte seinerzeit eine falsche Fensterhöhe verwendet, ein nur mit hohem Aufwand zu ändernden Fehler.

ESU hat die Modelle auf einem sehr hohen Standard herausgebracht. Lob dafür. Mittlerweile sind die wichtigsten Varianten erhältlich, man unterschied sogar bei den Epoche III Wagen in RAL 6007 (Flaschengrün) und RAL 6020 (Chromoxidgrün). Das ist neu. Es gibt bei den vielen Varianten und Epochen aber noch eine Variante, die fehlt: Epoche IIIa! Ich meine hier den Zeitraum der frühen DB von etwa 1950-1956, also vor der Klassenreform.

Das diese Varianten von ESU kommen ist unwahrscheinlich, aber möglich. Wer jetzt schon in den Genuß von Epoche IIIa Eilzugwagen kommen möchte, der ist mit den ESU-Modellen der Epoche IIc gut beraten.

 

Hier kommen die beiden „Neuen“ im Bf Rammenohl an. Vorn hinter der Stammlok der Strecke der BC4i-36, dahinter der C4i-30.

Im Vergleich zum von der Orts-Köf  gebrachten B4ü-36 (Epoche IIIb) fällt sofort das dunklere RAL 6007 (Flaschengrün) sowie das für die Kriegszeit vorbildlich richtige RAL 7022 (Umbragrau) auf. Das wurde im Krieg wegen dem Schutz vor Fliegerangriffen so lackiert.
Sieht aber – finde ich – sehr bedrückend aus.

Hier mal ein erster fixer Versuch die Situation zu retten: Der erste C4i-36 hat ein silbernes Dach bekommen.

Die nähere Perspektive offenbart: Silber ist einfach schöner. Weiter gehts.

Der örtliche Wagenmeister hat zum Vergleich die Piko C4üp-42 heran gefahren, die haben bereits vor einiger Zeit ein silbernes Dach bekommen – ooops, der Reichsadler ist noch dran, schnell wieder weg mit den Wagen!

Detailansicht der beiden C4i-36.
Links Dach in Silber, rechts in Umbragrau.
Beide RAL 6007 Flaschengrün.

Detailansicht C4ü-36/52 und C4i-36.
Links Dach in Silber, rechts in Umbragrau.
Links RAL 6020 Chromoxidgrün,
rechts RAL 6007 Flaschengrün.

Detailansicht C4i-36 und C4üp-42.
Beide Dächer Silber, beide RAL 6007 Flaschengrün.

Detailansicht der Stirnseiten:
Links der B4ü-36/52 mit Faltenbalg, Schlußscheibenhaltern unten und ohne Leitern, keine Griffstangen am Dach mehr und keine Laufbretter mehr auf dem Dach.
Rechts der C4i-36 mit Scherengittern, Schlußscheibenhaltern oben, mit Leitern, Griffstangen und Laufbrettern am Dach, entspricht der DRG Ursprungsausführung.

Fazit: Silberne Dächer für gut befunden, alle umlackiert.
Erstmal sehen die Wagen nun aus wie Epoche IIIa-Wagen. Details fehlen noch. Dies betrifft vorrangig die Beschriftung. Bei den Piko C4üp-42 und BC4üp-42 paßt die Direktion Bln und Hl nicht, bei den ESU C4i-36 und BC4i-36 paßt Mü nicht in mein Thema. Wichtig sind aber auch die Untersuchungsdaten, die bei beiden Wagengruppen in den 1940er Jahren liegen. Das werde ich in den Bereich 1953-1955 ändern.
Weiterhin ungeklärt ist, wie die Eilzugwagen mit Scherengittern mit Wagen mit Faltenbälgen gekuppelt werden konnten. Meiner Ansicht nach geht das technisch nicht und der Übergang mußte betrieblich geschlossen bleiben. Fotobelege dazu fehlen mir – wer hat schon damals so etwas banales wie Wagenübergänge fotografiert? Dampfloks waren ja interessanter.
Das gleiche Problem sehe ich in den Nahverkehrsgarnituren aus 3yg-Wagen, die hatten sehr oft in der Mitte eine Donnerbüchse Ai-29 (Bi-29) eingereiht. Auch hier waren die Übergänge mit Scherengitter nicht mit den Gummiwülsten kuppelbar, denn pro Übergang hatten die Wagen mit Scherengitter derer ja nur eines – das andere stellte der andere Wagen. So müßten auch diese Übergänge betrieblich geschlossen sein.

2 Gedanken zu „ESU Eilzugwagen in Ep. IIIa

  1. Andreas Klein

    Und was ist mit den Pleitegeier-„Schatten“?
    Die stören Sie überhaupt nicht?
    Das wäre doch das allererste, was man ansprechen und ändern müsste.

    Antworten
    1. Jochen Leisner

      Moin Andreas,
      der Umriß des „Pleitegeiers“ ist für das Untersuchungsjahr 1944 das an den Wagen angeschrieben ist nicht richtig. Ab der Kapitulation 1945 aber schon. In der frühen Epoche III (IIIa) fuhren viele Wagen mit diesem Aussehen herum. Man hatte anderes zu tun als Wagen neu zu lackieren, und der Adler war dann ja auch runter. ESU hat hier ein kleines aber vollkommen richtiges Detail nachgebildet. Dazu hat ESU auch noch den Farbton RAL 6007 etwas heller ausgeführt, so paßt das gut zusammen.
      Ansonsten überlege ich allerdings ein oder zwei Wagen neu zu lackieren um genau diesen „Adlerschatten“ nicht mehr zu haben.
      Viele Grüße Jochen

      Antworten

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