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Güterzuggepäckwagen (Pwg) - eine kurze Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Ein wenig Geschichte
Sie waren bis in die 1960er Jahre hinein in jedem Güterzug zu finden - die Güterzuggepäckwagen oder auch Güterzugbegleitwagen. Sie waren in erster Linie für den Zugführer bestimmt, er konnte an einem Tisch während der Fahrt seine Papiere bearbeiten. Zusätzlich konnten die Pwg Stück- und Expreßgut befördern, und sie dienten als Mitfahrgelegenheit für Personale und Arbeiter.

Schon die Länderbahnen beschafften zweiachsige Güterzuggepäckwagen, den größten Teil die preußische Staatsbahn. Die Pwg waren Direktionen zugeordnet und somit nicht freizügig einsetzbar. Bei Lokwechseln wurde auch der Pwg abgekuppelt.
Alle Pwg der preußischen Staatsbahn besaßen ein hochliegendes Zugführerabteil. Von hier aus konnte der Zugführer den Zugschluß beobachten. Dies war sehr wichtig, denn eine durchgehende Druckluftbremse gab es erst ab den 1920er Jahren.
Zur Einrichtung gehörte in einem Pwg ein Schreibpult, Ablagefächer, ein Abort, ein Kleiderschrank und ein Kochofen. Als Aufenthaltsraum für mitfahrendes Personal gab es Klappbänke und einen Klapptisch im Laderaum. So konnte bei Bedarf der Platz für Ladegut verwendet werden.
Die Heizung erfolgte durch Klappen von außen mit Preßkohle, für die Gasbeleuchtung hing unter den Wagen ein recht großer Gastank. Der Laderaum hatte Türen von 1500 mm Breite. Die Konstruktion der Güterzuggepäckwagen entspricht der von Güterwagen.
Alle Pwg hatten Druckluftbremsen und durchgehende Heizleitungen, so daß sie auch in Personenzügen mitgeführt werden können.

Im Packraum wurden unter anderem Ersatzbremsschläuche, Ersatzkupplungen und bei Bedarf Dienstgut mitgeführt.

Ab 1935 wurden zunächst mit den beiden Prototypen Pwgs-35 und Pwgs-35a nur noch schnellfahrende
Güterzuggepäckwagen für 100 Km/h beschafft. Die bisher gebauten Pwg hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Km/h und waren für die von der Deutschen Reichsbahn angestrebte Beschleunigung der Güterzüge nicht mehr verwendbar.

Nach dem zweiten Weltkrieg hatte man zuwenig schnellfahrende Pwg. Deshalb wurde die feste Beheimatung bei den Direktionen aufgehoben. Die Pwg konnten nun freizügig eingesetzt werden. Die junge DB konnte den Mangel an Wagen letztlich nicht beheben, es mußten dringend neue Güterzugepäckwagen her. Wie schon mit der Kriegsbauart Pwgs-43 baute man die neuen Wagen auf einem Güterwagen auf. Aus den Gms-54 wurden nun Pwgs-54 gebaut.

Ab 1959 wurden für die Güterzuglok BR 50 im AW Linge rund 900 Kabinentender umgebaut. Durch sie konnten in erheblichem Maße Pwg eingespart werden. Bei Diesel- und Ellok kann der Zugführer auf dem hinteren Führerstand mitfahren. Zudem wurden die Zugführer im Güterzugdienst durch technischen Fortschritt immer mehr entbehrlich.

Die älteren Pwg wurden ausgemustert. Noch brauchbare wurden zu Bahndienstwagen umgebaut und noch lange weiterverwendet. Viele wurden auch in festen Dienstpendeln gefahren, etlich wurden zu Bahnhofswagen degradiert.

Diese Tabelle gibt einen Überblick über die Pwg-Bauarten:

Gattung Zeichnung Baujahr Stückzahl Bremsbauart Vmax Bemerkungen
Pwg pr 92c
Pwg pr 12 IIa13 ab 1899 2276 Westinghouse Personenzugbremse 65 Km/h schräge Einstiege
Pwg pr 00b IIa13 modifiziert ab 1900 2381 65 Km/h
Pwg pr 02 IIa13 modifiziert ab 1900 65 Km/h
Pwg pr 02a IIa13 modifiziert ab 1900 65 Km/h
Pwg pr 12 IIa13 modifiziert ab 1900 65 Km/h
höherer Dachaufbau
Pwg pr14 IIa13a 1913 - 1925
evtl. bis 1928?
9752 Westinghouse Personenzugbremse 65 Km/h
IIa13a2 Kunze-Knorr-Personenzugbremse 65 Km/h
Pwgs-35 Fwgä 6.1 (VWW 26525) 1936 1 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h 124071 Bln, Holzaufbau
Pwgs-35a Fwgä 6.1 (VWW 25916) 1936 1 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h 124072 Bln, Stahlaufbau
Pwgs-38 Fwgä 7.1 1938-1939 35 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h mit Stromlinienkanzel
Pwgs-41 Fwgä 8.01.101 1940-1941 25 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h mit Stromlinienkanzel?
Pwgs-41 Fwgä 8.01.201 1941-1943 198 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h mit Personenzugkanzel?
Pwgs-41 Fwgä 8.01.401 1941-1942 464 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h ohne Dachkanzel, ohne Aufenthaltsraum
(K)Pwgs-44 Fwgä .10.01.1 1943-1945 5249 Hildebrand-Knorr-Personenzugbremse 100 Km/h Kriegsbauart
(K)Pwgs-44 Fwgä .11.01.1 Kriegsbauart
Pwg 09 amerik. Bauart 850 65 Km/h
Pwghs 54 100 Km/h
Pwg ?? Umbau aus Donnerbüchsen 1960er Jahre Behelfs-Pwg



Quellenangaben:
EM 7/1983 - Peter Driesch - Pwg - Die Zugbegleiter - mit Zeichnungen von Horst Meißner
EM 12/1992 - Roger Gittermann - Reichsbahn-Güterwagen (7) - Güterzugpackwagen mit Zeichnungen von Horst Meißner
Deutsche Bundesbahn, Zentralsstelle Technik Mainz (Hrsg.): Die Güterwagen im Maßstab 1:100 Stand 1950. Nachdruck 1985.
DV 939D Merkbuch für die Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn - Berichtigungsblatt II gültig vom 01.10.1938 - Nachdruck Alba-Verlag
Informationen von Stefan Carstens

weiterführende Literatur:
B&M 1/1988 Stefan Carstens - Preußischer Güterzug-Gepäckwagen nach Musterblatt IIa13a als H0-Modell von Fleischmann
EJ 5/1992 - Reichsbahn-Preußen selbstgebaut: Pwg pr 92c und Pwg pr 00b
EK 9/1998 - 
Joachim Reinhard - Vom preußischen Güterzug-Packwagen zum Pwg pr 14 - Weinert Modell
EK 2/2004 - Karsten Naumann - Der neue Pwgs 41 von Trix - Kein Packwagen für Eilige
EMB Heft 20 - Rainer Wiegand -
EMB Heft 21 - Rainer Wiegand -
Kupplung Heft 2 (1987) - Wolfgang Diener - Länderbahnwagen bei der Deutschen Bundesbahn 31.12.1961
Miba 6/1983 - Stefan Carstens - Güterzug-Gepäckwagen Pwgs 41 (1. Teil)
Miba 7/1983 - Stefan Carstens - Güterzug-Gepäckwagen Pwgs 41 (2. Teil)
Miba 1/1994 - ??
Miba 2/1994 - Bernd Gerhard Lang - Güterzuggepäckwagen - umgebaut (2). Alte Preußen im Stil der Fünfziger
Miba 5/1994 -
Bernd Gerhard Lang - Das grüne Schnellpaket. Pwgs 41 als H0-Modell von Weinert
Miba 4/1997 - Michael Otto - Schiebung. Bewegliche Packraumtür am Pwgs 041 von Weinert
Miba Spezial 18 - Vorwiegend Güter - Artikel??
HP1 Heft 9 - Rudolf Ossig - Der Pwghs 54, Bauform B
HP1 Heft 20 - Paul Hartmann - Pwgs 44

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