Kesselwagen in Holthausen 

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Tkkmhs 53 (Milchkesselwagen)

Milchtransport mit der Eisenbahn:
Milch wurde bei der Bahn auf zwei Arten befördert:
Die Tkkmhs 53

Die Tkkmhs 53 hießen ursprünglich EKW 51. Dazu siehe Foto in Stefan Carstens Güterwagen Band 2 Seite 113. Wahrscheinlich gehörten sie auch alle der Moha Frankfurt. Es gab aber angeblich auch Wagen, die nach Hannover (-Berlin) fuhren.
Gebaut wurden von Graaff in Elze 1952 insgesamt 20 Wagen mit einem Eigengewicht von 12t. Die Aluminiumkessel wurden von Schmidding in Köln und der AG Weser in Bremen hergestellt. Die Isolierung stellte die Fa. Willich aus Elze her, sie bestand aus Kork und Kunstharzschaumstoff und war 100mm dick. Die Wagen hielten Temperaturdifferenzen von +-2 GradC über 15 Stunden. Da der Kessel in der Mitte geteilt ist, haben die Wagen auch zwei Einfüllöffnungen und zwei Ablaufrohre. Alle Wagen hatten eine Bremserbühne.
Wegen der Beförderung in Personenzügen hatten die Fahrzeuge eine Dampfheizleitung. Einige wurden später zusätzlich mit elektrischer Heizleitung ausgestattet.

Nummernreihen
Ep. IIIa: EKW 51 Nummernreihe 099 501 bis 099 520.
Ep. IIIb: Tkkm(e)(h)s 53 Nummernreihe 329 900 bis 329 919, später umgezeichnet in Tkkmhs.

Ep. IV: ab 1964 vorgesehen: Uhrs 980 Nummernreihe ab 719 5 000, Uhqrs 980 Nummernreihe ab 719 6 000 vorgesehen.
Eine Umzeichnung erfolgte nicht, die Wagen wurden bis 1968 ausgemustert.
1967 wurden die Milchkesselwagen an die Firma Danzas verkauft. Dort wurden sie umgebaut und für den Transport von Wein und Fruchtsäften verwendet. Nun verliert sich die Spur, im Internet gibt es einen Hinweis auf einen möglichen Einsatz in Dänemark als Chemiekesselwagen.


technische Daten:
DB-Zeichnungsnummer: Fwg 2002.01.1
LüP: 8740 mm / 8800 mm
Achstand: 4500 mm
Kesseldurchmesser außen: 2200 mm
Lastgrenze A/B/C: 20t     S: 20t     Höchstgeschwindigkeit: 100 Km/h
Eigengewicht: 12.000 Kg
Bremsbauart: Hik-GP
Laufwerk: Doppelschaken und Rollenlager

Anstrich:
Aufbau in RAL 9002 grauweiß oder Aluminium
Fahrgestell in RAL 9005 tiefschwarz

Die wichtigsten Daten für die FREMO-Wagenkarte:
Gattungsbezeichnung: Ep.II --- / Ep.III Tkkmhs / Ep.IV Uhqrs
UIC-Typ: U
Beschreibung: wärmeisoilierter Milchkesselwagen
LüP: 8,74m/8,80m
Achstand: 4,5m
Nutzulast: 20,0t
Ladelänge: ---
Ladefläche: ---
Ladevolumen: 20m3
Ladehinweise: Ladegut: Frischmilch


zwischendurch ein bißchen Moha-Geschichte:
Die Geschichte der einst großen Moha läßt sich heute nur noch schwierig nachvollziehen. Die heutige Moha besitzt keine Unterlagen mehr zu ihren damaligen Kesselwagen. Leider ist das heutzutage so, daß Unternehmen ihre Geschichte einfach wegwerfen.
Osthafen:
Die Moha hatte ihren Hauptsitz im Frankfurter Osthafen. Daher kommt auch der Name: Molkereigenossenschaft Osthafen.
1985 wird der Firmensitz nach Hungen in Hessen verlegt.
Sossenheim:
1951 wird der Milchhof Sossenheim der Milchversorgung Frankfurt (Moha) als eine der modernsten Anlagen Europas eingeweiht.
Anschrift ist die Kurmainzer Str. 111-153 in Frankfurt/Main-Sossenheim. Auch eine große Herstellungsanlage für Eiscreme beffindet sich auf dem weitläufigen Werksgelände.

1986 In der Nacht zum 04.04.1986 brannte die erst 1981 gebaute Lagerhalle für Verpackungsmaterial ab. Es wird Brandstiftung angenommen. Die Moha stellt die Produktion in Frankfurt-Sossenheim ein.
1993 wird das Werksgelände wurde nach Abriss des Milchhofes mit der Großwohnsiedlung „Westpark" neu bebaut. Die Moha war in Frankfurt Sossenheim der einzige nennenswerte Industriebetrieb.

Beispiele für Milchwageneinsätze:


Fotos von Milchwagen


Fotos gesucht! Wer kann helfen? Leider sind Fotos vom Betriebseinsatz der Milchwagen sehr selten. Gerade aus der Anfangszeit der Milchkurse fehlen Bilder, vor allem von Milchwagen in Schnellzügen.


Hier ein Werkfoto des 099500 zu sehen. Das Bild muß auf dem Werkshof von Graaff in Elze entstanden sein.



Hier ist der Wagen 329901 zu sehen. Die Aufnahme entstand in der 1960er Jahren in Nordhorn. Er wird hier gerade von der D 12 (MaK240B) in Nordhorn bereitgestellt um dann in Hestrup an der dortigen Molkerei gefüllt zu werden.
Foto mit freundlicher Genehmigung Archiv Foto Zahn, Nordhorn

Der Wagen lief dann als Milchkurswagen im Fahrplanjahr 1963/64 mit dem E621 von Bentheim nach Hannover. Laut Augenzeugenberichten fuhr er aber nach Frankfurt. In jedem Fall aber wurde der beladene Wagen mit einem Esslinger-VT der Bentheimer Eisenbahn als Personenzug nach Bentheim gefahren.

Foto hierzu siehe in Ludger Kenning/Klaus Wilmsmeyer: Die Bentheimer Eisenbahn Verlag Kenning 1987, S. 20. Gezeigt wird ein Esslinger-VT am 27.7.1954 in Bentheim-Nord. Am Zugschluß läuft der Milchkurswagen mit.

Laut Kenning/Wilmsmeyer gab es diesen Verkehr von 1953 - 1963 mit dem Lauf Hestrup - Bentheim - Gronau - Frankfurt/M. Der Wagen wurde vom VT aus dem Anschlußgleis der Molkerei abgeholt; dieses Manöver konnte täglich um die Mittagszeit beobachtet werden.

Die jetzt entstandenen Widersprüche sind noch nicht geklärt. So richtig zusammen passen mögen die beiden Dinge nicht. Stimmen wird jedenfalls, daß von Hestrup aus ein Milchkurswagen verkehrte.


Das Bild zeigt die Verladung von Milch vom Lkw in einen Tkkmhs 53. Das Foto aus den 1950er Jahren ist an einem unbekannten Ort entstanden.

Foto Dr. Wolff & Tritschler, Frankfurt/M, entnommen aus: Lebensadern der Wirtschaft - ein Bildwerk von Gütern auf Gleisen. Herausgeber: Deutsche Bundesbahn - Athenäum-Verlag Bonn 1959.

Im Eisenbahn-Journal Sonderheft: Die Eisenbahn in Frankfurt S. 74 finden sich zwei Fotos mit Moha-Wagen.
Zu sehen ist die Übergabe mit 55 2817 im Februar 1957 mit zwei Moha-Wagen, einem älteren Milchwagen mit drei querliegenden Tanks sowie fünf Kühlwagen auf dem Weg durch Frankfurt-Höchst zur Moha.
Auf dem zweiten Bild sind insgesamt drei Moha-Wagen auf dem Werksgelände der Moha in Frankfurt-Sossenheim um 1965 zu sehen. Ein Wagen ist der 329313. Am linken Bildrand sind drei Kühlwagen zu sehen.

Modelle von Milchwagen:
Informationen dieser Seite kommen u.a. von:
Stefan Carstens, Ludger Hanke, Axel Hessler, Helmut Küpers, Carsten Möller, Thorsten Petschallies, Thomas Rasfeld, Andreas Stüber, Uli Theinl, Andreas Wolter

Ein kleiner Hinweis:
Alle Fotos unterliegen dem Urheberrecht. Ihr dürft euch die gerne für private Zwecke herunterladen. Für alles andere möchte ich bitte gefragt werden. Fragt mich, wenn ihr Fotos
in voller Auflösung braucht. Kann aber immer etwas dauern mit einer Antwort, ich mache das alles nur privat.
leisner at hauptbahn punkt de

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