Moderne
Bahnsteige haben ein
recht einheitliches Erscheinungsbild. Das liegt daran, daß es
sich um ein Baukastensystem handelt. Man wird überall die
gleichen Elemente in ähnlicher Anordnung wiederfinden.
Diese modernen Bahnsteige gibt es in excellenter Ausführung
von Jens Kaup www.vampisol.de.
Passend zu diesen Bahnsteigen bietet das AW Lingen einen Zaun an.
Zunächst etwas Vorbildliches.
Der 2010 neu gebaute
Mittelbahnsteig Lingen/Ems:



Hier sieht man den in
2010 neu errichteten Mittelbahnsteig in Lingen/Ems. Gleis 3 wurde
dafür entfernt.



Das Geländer
wurde von außen mit recht großen Flanschplatten an
die Beton-Fertigteile angeschraubt.


Interessantes Detail sind die
Laschen an der Unterseite, die zur Anbringung der Erdungsleitungen
dienen.
Am Bahnsteigende findet sich ein Absperrgitter in besonderer Bauform:



Der Bahnhof Altenberge im
Münsterland

In Altenberge wurden wie auf allen Bahnhöfen/Haltepunkten der
Strecke Münster - Gronau die Bahnsteige erneuert.
Passend
zu einer dreiteiligen Talent-Garnitur haben sie eine Länge von
160
m. Im Modell sind diese "kurzen" Bahnsteige dann 1,84 m.
Die Bahnsteiggeländer sind hier auf die Fertigelemente mittels
Flanschplatten aufgeschraubt. Die Geländer sind auch hier
genormt.








Es wurde die Frage
gestellt, ob ein
moderner Zaun aus 2010 denn auch für frühere Zeiten
verwendet
werden kann. Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir entsprechende
ältere Geländer gesucht (gar nicht mal so einfach)
und
vermessen.
Die
Südbrücke in Lingen


Hier die Südbrücke in Lingen, sie
wurde zu Beginn der 1970er Jahre gebaut. Ob die Brücke
zwischenzeitlich
mal ein neues Geländer bekommen hat, vermag ich nicht zu
sagen. Es
sieht an einigen Stellen schon recht mitgenommen aus, es ist somit zu
vermuten, daß es das Original-Geländer ist.


Das Geländer weist bis
auf minimale Abweichungen die gleichen
Abmessungen auf wie das Bahnsteiggeländer. Im direkten
Brückenbereich ist der Handlauf höher.
Die
Panzerbrücke in Lingen


Hier die
Panzerbrücke im westlichen Bereich der mittlerweile
abgerissenen Scharnhorst-Kaserne Lingen.
Die Brücke stammt aus den 1950er Jahren und hat das originale
Geländer.
Auch hier sind die Maßabweichungen zum modernen
Bahnsteiggeländer minimal, die Gitterstreben und der
untere
Steg sind sogar identisch, der Handlauf ist 20 mm breiter. Das einzelne
Segment ist rund 100 mm länger als beim
Bahnsteiggeländer.


Die
Geländerhöhe ist 60 mm niedriger als beim modernen
Geländer. Dies könnte
daran
liegen, daß vielleicht mal die Betonkante erneuert worden ist
und
nun höher liegt als ursprünglich.
Es sind keine Befestigungsflansche zu sehen, das Geländer
wirkt einbetoniert.
Zusammenfassend
läßt sich sagen, daß ein Geländer
durchaus
epochenübergreifend einsetzbar ist. Alle Geländer
sind
modular aufgebaut und werden aneinandergesteckt. Die Enden werden
individuell angepaßt.
Die wirklich geringen Abweichungen werden am geätzten Bauteil
nicht wirklich sichtbar sein. Um die erforderliche Breite des
Handlaufes von 100 mm realisieren zu können, ist er als
separates
Teil zum Aufsetzen ausgeführt. Dies ist beim
Bahnsteiggeländer nicht ganz richtig, gibt dem
Geländer aber
die nötige Breite. Das eigentliche Geländer ist mit
0,3 mm zu
schmal - dies ist ein Kompromiß an die Ätztechnik.
Dafür sind aber die Streben mit nur 0,12 mm extrem fein. Als
einzige Alternative bliebe hier nur fräsen - und das ist
für
ein komplettes Geländer zu teuer.
Das Ätzteil:

- 5 Elemente zu je
131.7mm = 658.5mm nutzbarer Zaun,
-
Geländerstützen so lang, daß mit den
breiten Flanschplatten eine seitliche Montage möglich ist,
- Flanschplatten
für seitliche Montage 48 Stück, also reichlich
Reserve,
- Flanschplatten
für Montage von oben 48 Stück, dito reichlich Reserve,
- Handläufe
30 Stück, genau passend,
- Handläufe
4 Stück Überlänge für Ende,
- Geländer
für Bahnsteigende mit Schildplatte (für Pictogramm
"Durchgang verboten", wird noch erstellt).
Hier erste Modellfotos,
Peter konnte es nicht abwarten:
Bild 1: Das
neue Geländer neben dem Vampisol-Bahnsteig.
Bild 2: Hier liegt die Bohrschablone auf, etwas Tesa fixiert sie. Die
Löcher werden mit 0,8 mm gebohrt.
Bild 3: Die Löcher sind gebohrt, das Geländer
für eine Probemontage bereitgelegt.



Bild 4: Das
Geländer ist mit den Sockelplatten montiert.
Bild 5:
Für das Geländer zur seitlichen Montage werden die
größeren Sockelplatten angebracht.
Bild 6: Hier ist das geländer seitlich an den Banhsteig
geklebt.



Bild 7: Deutlich ist die Befestigung über die seitlichen
Flanschplatten zu sehen.
Bild 8+9: Die fertigen Musterbahnsteige.



Wer hier Fotos seiner
umgebauten Modelle sehen möchte, nur zu, schickt mir Bilder!
Quellenangaben:
Eigene Vermessungen und Fotos.
Vermessungen und Fotos von Peter Philipp.